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Pageflow

Karlsruher Institut für Technologie 
ITZ Department für Wissenschaftskommunikation
Kaiserstraße 12
76131 Karlsruhe 
Deutschland

Medien
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Auf dem Weg zur autofreien Stadt -

Mit dem Fahrrad durch Karlsruhe

Von Anna Mues und Lilly Sztatecsny

  • Bild: eigene Aufnahme

Wir sind Anna und Lilly, Studentinnen am KIT, und fast täglich mit dem Fahrrad in und rund um Karlsruhe unterwegs. In Sachen Fahrradmobilität gilt die Fächerstadt als Vorreiter und wurde in der Vergangenheit bereits mit dem Titel "Fahrradhauptstadt" ausgezeichnet.

Perfekt ist die Situation in Karlsruhe trotzdem nicht - das fällt uns als Radfahrerinnen immer wieder auf. Wir wollen uns deshalb mit der Fahrradmobilität in Karlsruhe beschäftigen und stellen uns die Frage: Wie weit ist Karlsruhe noch von der autofreien Stadt entfernt?

Um das herauszufinden, schwingen wir uns auf unsere Räder und nehmen euch in unserem multimedialen Pageflow mit auf eine Radtour durch Karlsruhe – vorbei an Hindernissen, Ideen, Protesten und Experimenten auf dem Weg zur autofreien Stadt.

Dabei wollen wir die Menschen vor Ort zu Wort kommen lassen und so einen Einblick geben in ihren Fahrradalltag in Karlsruhe, um zu sehen, was bewegt oder im Weg steht.

  • Bild: eigene Aufnahme

Wir starten unseren Fahrradtag in Karlsruhe!

Unsere Reise durch Karlsruhes Fahrradrealität beginnt am InformatiKOM des KIT – einem Ort, an dem viele Studierende täglich mit dem Rad unterwegs sind. Wer kein eigenes Fahrrad hat, kann sich hier per App bequem ein NextBike ausleihen.

Die Karte gibt einen Überblick über unsere heutigen Stationen in Karlsruhe.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Diagramme von Datawrapper angezeigt werden.

Unterwegs im Gespräch

Wir schwingen uns aufs Rad und machen uns auf den Weg – vorbei an typischen Alltagsbildern des Karlsruher Radverkehrs. Und wir sind nicht alleine - unterwegs sehen wir zahlreiche Fahrradfahrer*innen.

Wir sprechen mit Radfahrenden, die uns erzählen, dass sie oft, manche täglich mit dem Fahrrad unterwegs sind. Sei es fürs Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder für Freizeitaktivitäten - das Rad ist ein verlässlicher Wegbegleiter.

Wie viele Radfahrende gibt es in Karlsruhe?

Laut einer Erhebung des ADFC lag der Radverkehrsanteil in Karlsruhe im Jahr 2018 bei 30 Prozent.

Trotz zahlreicher Vorteile nutzen viele Menschen das Fahrrad (noch) nicht regelmäßig im Alltag. Mit Fragen dieser Art und vielem mehr beschäftigt sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, kurz ADFC.

Wer ist der ADFC?

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ist ein gemeinnütziger Verein und Verkehrsclub für Radfahrende. Sein Ziel ist die Förderung des Radverkehrs. Im Mittelpunkt stehen Sicherheit im Straßenverkehr und Lebensqualität, aber auch nachhaltige Mobilität und Klimaschutz.

Laut dem aktuellen ADFC-Fahrradklimatest landet die Stadt Karlsruhe auf Platz drei unter den deutschen Großstädten ihrer Größe – mit der Gesamtnote 3,05 (befriedigend).

Trotz guter Ansätze fühlen sich aber auch hier viele Radfahrende im Straßenverkehr nicht sicher, einer von vielen Gründen warum noch nicht alle aufs Fahrrad steigen.

  • Bild: eigene Aufnahme

Warum (noch) nicht alle umsteigen - Ein Blick in die Forschung

Die 2024 veröffentlichte Studie "Potenziale des Radverkehrs für den Klimaschutz und für lebenswerte Städte und Regionen" des ADFC zeigt, dass das Mobilitätsverhalten stark von sogenannten Pull- und Push-Faktoren beeinflusst wird – also von Anreizen zum Umsteigen aufs Rad sowie Hindernissen für den Autoverkehr.

Pull-Faktoren
Push-Faktoren
Gute Infrastruktur
Weniger Autoparkplätze
Verfügbarkeit von Fahrrädern
Tempolimits und Beschränkungen
Fahrradkultur und soziale Normen
Umweltzonen & Citymaut

Die Studie macht deutlich: Erst das Zusammenspiel beider Faktoren – also einladende Angebote fürs Rad und eine aktive Steuerung des Autoverkehrs – schafft den nötigen Wandel hin zu mehr Fahrradnutzung im Alltag.

Auch der ADFC Kreisverband Karlsruhe beschäftigt sich damit, wie Menschen vom Auto aufs Fahrrad umsteigen können. Ein zentrales Ziel dabei: Sicherheit für alle im Straßenverkehr. Um Einblicke über den Handlungsbedarf in der Fächerstadt zu erhalten, haben wir uns mit dem ADFC Karlsruhe in Kontakt gesetzt und einige spannende Antworten erhalten. Die nachfolgenden Zitate stammen vom Austausch mit einem Mitglied des ADFC Karlsruhe.

Wichtig ist, dass sich jeder und jede Radfahrende sicher fühlen kann bei seinem oder ihrem Weg durch die Stadt.

Vertreter*in des ADFC Karlsruhe

Kleine Hindernisse – oder große Konflikte

Unsere Route führt uns zu unserer ersten Station, dem Oststadtkreisel - eine der zentralen Verkehrsadern der Stadt und gleichzeitig ein Symbolbild für Konflikte, denn hier treffen Radfahrende auf Autos, Bahnen und Fußgänger.

Wir sprechen mit Passant*innen und erfahren, dass das Fahrrad zwar oft Alltag, aber noch nicht selbstverständlich ist. Viele erzählen uns, dass sie sich auf stark befahrenen Straßen unsicher fühlen – besonders bei schlechtem Wetter oder unübersichtlichen Kreuzungen.

Wiederholt genannt wurden enge, schlecht markierte und beschädigte Wege, ungeduldige Autofahrer*innen sowie eine fehlende räumliche Trennung von Autos und Fahrrädern.

Vor allem an vielbefahrenen Straßen oder solchen, wo Räder in Bedrängnis kommen – zum Beispiel auf der Kriegsstraße – braucht es Schutzstreifen oder baulich getrennte Radwege.

Vertreter*in des ADFC Karlsruhe

  • Bild: eigene Aufnahme

Wünsche und Probleme im Fahrradalltag -

Wir wollen die Passant*innen, mit denen wir gesprochen haben, selbst zu Wort kommen lassen. Klickt oder fahrt über die weißen Punkte, um herauszufinden, was die Radfahrenden in Karlsruhe bewegt.

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  • Bild: eigene Aufnahme

Die Critical Mass in Karlsruhe

Auch wir erleben auf unserer Tour, dass noch nicht alles rund läuft. Und genau darauf will auch die Critical Mass aufmerksam machen. Vom Oststadtkreisel radeln wir daher weiter zum Kronenplatz –hier startet jeden Monat die Critical Mass.

Was ist die Critical Mass?

Die Critical Mass ist eine weltweite Bewegung, bei der Radfahrer*innen gemeinsam durch die Stadt fahren. Ziel ist es, auf die Bedeutung des Radverkehrs aufmerksam zu machen und sich den öffentlichen Raum zurückzuerobern - ganz nach dem Motto: „Wir blockieren nicht den Verkehr, wir sind der Verkehr.“

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  • Video: eigene Aufnahme

Start der Critical Mass Demo vom Kronenplatz mit lautem Geklingel

In Karlsruhe treffen sich Teilnehmer*innen in der Regel jeden letzten Freitag im Monat am Kronenplatz und verwandeln die Straßen in ein Meer aus Fahrrädern. Mit klingelnden Rädern, Musik und guter Laune erleben wir eine besondere Atmosphäre, die zeigt: Radfahren ist nicht nur Fortbewegung, sondern auch Gemeinschaft und Lebensgefühl.

Experimentierraum in Sicht - Hoffnung durch Veränderung

Wir fahren vom Kronenplatz über den Zirkel Richtung Weststadt. Unser nächster Halt: Die Sophienstraße. Vom Karlstor bis zum Entenfang in Mühlburg erstreckt sie sich die drei Kilometer lange Straße.

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  • Video: eigene Aufnahme

Unsere Fahrt durch die Sophienstraße

Hier wurde ausprobiert, was möglich ist: Weniger Autoverkehr, mehr Raum fürs Fahrrad. Die Sophienstraße wurde zur Fahrradstraße, allerdings sind Autos weiterhin erlaubt, eine echte Trennung gibt es also noch nicht. Doch die Straße wurde im letzten Jahr zum Experimentierraum. Dort ließ sich zumindest temporär echte Autofreiheit erleben.

Was sind Experimentierräume?

Experimentierräume sind Testflächen im öffentlichen Raum wie temporäre Radwege, verkehrsberuhigte Zonen, neue Beschilderung. Sie helfen herauszufinden, wie sich die Stadt sicherer, nachhaltiger und lebenswerter gestalten lässt – für alle, die unterwegs sind.

Der Verkehrsversuch an der Sophienstraße im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass es unter den Radfahrenden in Karlsruhe viel Zustimmung für die temporär angebrachten Modalfilter gab.

Vertreter*in des ADFC Karlsruhe

Was sind Modalfilter?

Modalfilter leiten den Kfz-Verkehr gezielt um, während Rad- und Fußverkehr durchfahren dürfen – ein Werkzeug für ruhigere, sicherere Straßen.

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Karlsruhe weiterdenken – Visionen für morgen

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Wir haben unser Ziel, die Günther-Klotz-Anlage, erreicht.

Unsere Tour für heute endet in der Günther-Klotz-Anlage – aber der Weg in eine autofreie Zukunft beginnt erst.

Wir beenden unseren Tag mit dem Fahrrad in Karlsruhe und stellen fest: Es ist noch viel zu tun. Unser Austausch mit Fahrradfahrer*innen und dem ADFC Karlsruhe spiegelt auch unsere eigenen Erlebnisse wieder.

Die Gespräche zeigen: Es gibt Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmenden – etwa zwischen Radfahrenden, Autofahrenden und Fußgängerinnen. Das wirft die zentrale Frage auf, wie gerecht unser Verkehrssystem eigentlich ist. Klar ist die Zukunft der Mobilität gestalten wir alle mit und das Fahrrad ist schon mal ein guter Anfang.

Wir hoffen, dass das Fahrrad ganz selbstverständlich und zum Mittel der Wahl wird, um alltägliche Wege in der Stadt und in die Umgebung zurückzulegen – für Jung und Alt, Groß und Klein.

Vertreter*in des ADFC Karlsruhe

Dieser Pageflow ist im Rahmen des Seminars "Digitale Medienpraxis: Karlsruher Mobilität der Zukunft" am KIT im SoSe25 unter der Leitung von Dr. Jacob Leidenberger entstanden.

Die anderen Seminarteilnehmer*innen haben sich mit den Themen Mobilitätsgerechtigkeit und Alles in einer App? - Der große ÖPNV-Check für Karlsruhe beschäftigt.



Impressum: Karlsruher Institut für Technologie ITZ Department für Wissenschaftskommunikation Kaiserstraße 12 76131 Karlsruhe Deutschland V.i.S.d.P.: Dr. Jacob Leidenberger



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